
Ein Gastbeitrag von Birger Holz – Spieltherapeut, Kinderschutzfachkraft und Gründer von gewaltfreie–kindheit.de

Sprache beginnt mit Beziehung
Stellen Sie sich vor, Sie können sich nicht verbal ausdrücken – frustrierend, oder? Für viele Kinder ist das Alltag. Die Gebärden–unterstützte Kommunikation (GuK) bietet hier eine Brücke: Sie ermöglicht Verständigung noch bevor gesprochene Sprache einsetzt – und das auf eine wertschätzende, inklusive Weise.
In unseren Einrichtungen haben bereits vier Kitas erfolgreich an einer GuK–Teamfortbildung teilgenommen – mit großem Engagement und spürbarer Wirkung im Alltag. Weitere Teams werden folgen, denn GuK begeistert Fachkräfte wie Kinder gleichermaßen.
Was ist GuK?
GuK nach Prof. Dr. Etta Wilken nutzt lautsprachbegleitende Gebärden, um Kindern beim Spracherwerb zu helfen. Ursprünglich für Kinder mit Down–Syndrom entwickelt, wird GuK heute in vielen Kitas, Krippen, Schulen und Therapiebereichen eingesetzt – besonders bei:
- Sprachentwicklungsverzögerungen
- Autismus–Spektrum–Störungen
- Deutsch als Zweitsprache
GuK ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Lautsprache – eine Brücke zur Kommunikation.
GuK im Kita–Alltag
GuK funktioniert ganz alltagsnah: beim Spielen, Anziehen, Singen oder Vorlesen. Die Gebärden stammen aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS), sind jedoch vereinfacht und auf zentrale Begriffe wie „essen“, „trinken“ oder „nochmal“ reduziert.
5 Grundsätze für die Praxis:
- Mitsprechen: Jede Gebärde wird mit dem gesprochenen Wort gezeigt.
- Alltagsintegriert: GuK ist kein Extra–Angebot, sondern Teil des Tages.
- Schlüsselwörter: Gebärdet werden nur zentrale Wörter eines Satzes.
- Weniger ist mehr: Lieber gezielt gebärden als überfordern.
- Wiederholung & Rituale: Begrüßungslieder oder Bildkarten fördern das Lernen.
Praktische Unterstützung liefert die GuK- bzw. IGuKs–Lern–Web–App. Gleichzeitig ermöglicht www.iguks.de die Vernetzung von GuK–Einrichtungen, sodass Fachkräfte voneinander lernen und GuK nachhaltig im Alltag verankern können.




Warum GuK Inklusion stärkt
GuK ermöglicht allen Kindern – auch ohne Lautsprache – echte Teilhabe. Sie stärkt Bindung, fördert das Sozialverhalten und schafft ein respektvolles Miteinander. Auch Kinder ohne Sprachauffälligkeiten profitieren: Sie erweitern ihren Wortschatz, ihr Sprachverständnis und ihre Empathie.
Fazit
GuK ist mehr als Sprachförderung – es ist Sprachbildung und gelebte Inklusion. Immer mehr Kitas setzen GuK ein, um jedes Kind zu erreichen – unabhängig von seinen sprachlichen Voraussetzungen.
Kontakt & Infos
Birger Holz
📧 birger@gewaltfreie–kindheit.de
🌐 gewaltfreie–kindheit.de | iguks.de
📸 Instagram: @gewaltfreie_kindheit_365
