GuK in der Kita: Mit Gebär­den Inklu­sion und Sprach­bil­dung ermöglichen

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Ein Gast­bei­trag von Birger Holz – Spiel­the­ra­peut, Kin­der­schutz­fach­kraft und Gründer von gewaltfreie–kindheit.de

0B6A7239 scaled – BOOT-Kitas Berlin (© Lamine Schmidt)

Sprache beginnt mit Beziehung

Stellen Sie sich vor, Sie können sich nicht verbal aus­drü­cken – frus­trie­rend, oder? Für viele Kinder ist das Alltag. Die Gebärden–unterstützte Kom­mu­ni­ka­tion (GuK) bietet hier eine Brücke: Sie ermög­licht Ver­stän­di­gung noch bevor gespro­chene Sprache ein­setzt – und das auf eine wert­schät­zende, inklu­sive Weise.

In unseren Ein­rich­tun­gen haben bereits vier Kitas erfolg­reich an einer GuK–Teamfortbildung teil­ge­nom­men – mit großem Enga­ge­ment und spür­ba­rer Wirkung im Alltag. Weitere Teams werden folgen, denn GuK begeis­tert Fach­kräfte wie Kinder gleichermaßen.

Was ist GuK?

GuK nach Prof. Dr. Etta Wilken nutzt laut­sprach­be­glei­tende Gebär­den, um Kindern beim Sprach­er­werb zu helfen. Ursprüng­lich für Kinder mit Down–Syndrom ent­wi­ckelt, wird GuK heute in vielen Kitas, Krippen, Schulen und The­ra­pie­be­rei­chen ein­ge­setzt – beson­ders bei:

  • Sprach­ent­wick­lungs­ver­zö­ge­run­gen
  • Autismus–Spektrum–Störungen
  • Deutsch als Zweitsprache

GuK ist kein Ersatz, sondern eine Ergän­zung zur Laut­spra­che – eine Brücke zur Kommunikation.

GuK im Kita–Alltag

GuK funk­tio­niert ganz all­tags­nah: beim Spielen, Anzie­hen, Singen oder Vor­le­sen. Die Gebär­den stammen aus der Deut­schen Gebär­den­spra­che (DGS), sind jedoch ver­ein­facht und auf zen­trale Begriffe wie „essen“, „trinken“ oder „nochmal“ reduziert.

5 Grund­sätze für die Praxis:

  1. Mit­spre­chen: Jede Gebärde wird mit dem gespro­che­nen Wort gezeigt.
  2. All­tags­in­te­griert: GuK ist kein Extra–Angebot, sondern Teil des Tages.
  3. Schlüs­sel­wör­ter: Gebär­det werden nur zen­trale Wörter eines Satzes.
  4. Weniger ist mehr: Lieber gezielt gebär­den als überfordern.
  5. Wie­der­ho­lung & Rituale: Begrü­ßungs­lie­der oder Bild­kar­ten fördern das Lernen.

Prak­ti­sche Unter­stüt­zung liefert die GuK- bzw. IGuKs–Lern–Web–App. Gleich­zei­tig ermög­licht www​.iguks​.de die Ver­net­zung von GuK–Einrichtungen, sodass Fach­kräfte von­ein­an­der lernen und GuK nach­hal­tig im Alltag ver­an­kern können.

Warum GuK Inklu­sion stärkt

GuK ermög­licht allen Kindern – auch ohne Laut­spra­che – echte Teil­habe. Sie stärkt Bindung, fördert das Sozi­al­ver­hal­ten und schafft ein respekt­vol­les Mit­ein­an­der. Auch Kinder ohne Sprach­auf­fäl­lig­kei­ten pro­fi­tie­ren: Sie erwei­tern ihren Wort­schatz, ihr Sprach­ver­ständ­nis und ihre Empathie.

Fazit

GuK ist mehr als Sprach­för­de­rung – es ist Sprach­bil­dung und gelebte Inklu­sion. Immer mehr Kitas setzen GuK ein, um jedes Kind zu errei­chen – unab­hän­gig von seinen sprach­li­chen Voraussetzungen.


Kontakt & Infos

Birger Holz
📧 birger@gewaltfreie–kindheit.de
🌐 gewaltfreie–kindheit.de | iguks​.de
📸 Insta­gram: @gewaltfreie_kindheit_365

danke Gebaerde – BOOT-Kitas Berlin (© Lamine Schmidt)
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