
Laternenlieder im Flur, gebastelte Sterne an den Fenstern und gespannte Kinderaugen, die auf den großen Abend warten – der November bringt Licht in die dunkle Jahreszeit. Für viele Familien ist der Laternenumzug ein vertrauter Höhepunkt im Kita–Jahr. Doch hinter dieser leuchtenden Tradition steckt weit mehr als ein schöner Abend mit Liedern und Laternen: Sie steht sinnbildlich dafür, warum Feste in der Kita eine so große Bedeutung haben.
Feste als Anker im Kita–Jahr
Feste sind Ankerpunkte im Jahr. Sie unterbrechen den Alltag, schenken Orientierung und schaffen Verbindung – zwischen Kindern, Familien und dem Kita–Team. Sie machen Werte erlebbar, die sich im Trubel des Alltags manchmal leise verstecken: Gemeinschaft, Dankbarkeit, Mitgefühl, Freude.
Wenn Kinder sich auf ein Fest vorbereiten, wird der ganze Prozess zu einem Lernraum. Beim Basteln, Singen, Backen oder Schmücken erleben sie, was es heißt, gemeinsam etwas zu gestalten. Sie lernen, Geduld zu haben, Ideen einzubringen, aufeinander zu hören und Verantwortung zu übernehmen. Und wenn sie am Ende stolz ihre Laterne tragen oder den Raum erhellen, spüren sie: Ich bin Teil von etwas Größerem.







Rituale geben Halt und fördern Entwicklung
Feste und Rituale haben im Kita–Alltag eine wichtige emotionale Funktion. Sie geben Kindern Struktur und Sicherheit – besonders dann, wenn vieles in Bewegung ist. Wiederkehrende Abläufe und vertraute Rituale helfen, den Tag und das Jahr zu begreifen. Kinder wissen: Jetzt kommt der Morgenkreis, jetzt das Geburtstagslied, jetzt das Fest, das wir jedes Jahr feiern. Diese Vorhersehbarkeit gibt Halt und macht Neues leichter.
Darüber hinaus fördern Feste die soziale und emotionale Entwicklung. Sie bieten Gelegenheiten, Dankbarkeit zu spüren, Rücksicht zu üben und Freude zu teilen. In der Gemeinschaft zu feiern stärkt das Zugehörigkeitsgefühl – unabhängig davon, aus welcher Familie, Kultur oder Religion ein Kind kommt. In der BOOT–Kita Augsburg erleben Kinder die Vielfalt hautnah: Hier kommen Familien aus vielen Nationen zusammen, und jedes Jahr werden verschiedenste Feste gefeiert – vom farbenfrohen indischen Holi–Fest bis zum besinnlichen arabischen Ramadan.
Für die Kinder bedeutet das: Sie wachsen in einer weltoffenen Umgebung auf, lernen unterschiedliche Traditionen und Kulturen kennen und entwickeln früh ein Gespür für Toleranz, Respekt und Wertschätzung gegenüber anderen. Jedes Kind bringt eigene Geschichten und Bräuche mit, und wenn diese in der Kita Raum bekommen, entsteht ein starkes Gefühl von Miteinander, Vielfalt und Zugehörigkeit.
Auch sprachlich und kognitiv profitieren Kinder von Festen. Sie lernen neue Wörter, erleben Symbole und Geschichten, die Zusammenhänge erklären, und trainieren durch Wiederholung ihr Gedächtnis. Ein Lied, das jedes Jahr erklingt, wird zu einem Stück Erinnerungskultur. Ein Duft, ein Klang, ein Licht – all das verknüpft Lernen mit Emotion und öffnet gleichzeitig die Augen für die bunte Vielfalt unserer Welt.
Brücken zwischen Kita und Familie
Und nicht zuletzt sind Feste eine Brücke zwischen Kita und Familie. Wenn Eltern sich einbringen, Geschichten erzählen oder einfach mitfeiern, wächst die Verbindung zwischen Zuhause und Einrichtung. So erleben Kinder, dass ihre Welt zusammengehört – und dass gemeinsames Feiern verbindet.
Ob Laternenumzug, das gemeinsame Backen im Advent oder ein Sommerfest im Garten – Feste in der Kita sind kleine Inseln im Jahreslauf. Sie geben Kindern Orientierung, fördern ihr soziales Lernen und stärken das Wir–Gefühl. Sie zeigen: Licht entsteht nicht nur durch Kerzen und Laternen, sondern vor allem durch das Miteinander.
Einblicke
Einen Einblick, wie Feste bei uns gefeiert werden, finden Sie auf Instagram:
Sommerfest in der BOOT–Kita FritzKids
Quellen
Ihle, M., & La Gro, J. (2018). Feste und Feiern – ein Thema für Lernsituationen? Magazin für den Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen (BRU), 70, 16–19.
Masood, K., Mehmood, M. U., & Bano, R. (2025). Rituals and learning: The role of cultural practices in early childhood education. Journal of Political Stability Archive, 3(1), 725–742. https://doi.org/10.63468/jpsa.3.1.44